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Erwartungen und deren Wirkung

Im Jahre 1960 rief der Rektor einer Schule in Chicago vier seiner Lehrer zu sich. Er sagte ihnen, dass er sie gerufen habe, weil sie seine besten Lehrer seien. Er wolle sie mit der wichtigen Aufgabe betrauen, die besten Schüler der Schule zu unterrichten. Er rief ihnen ins Gedächtnis, dass sowohl die Lehrer als auch die Schüler Leistungstestes durchgeführt hatten und dass in Zukunft die Schüler mit den besten Ergebnissen von den Lehrern, die am besten abgeschnitten hatten, unterrichtet werden sollen.
Die Lehrer fühlten sich geschmeichelt und unterrichteten so, wie sie es noch nie zuvor getan hatten, denn sie wussten ja, was sie für eine Verantwortung trugen. Sie förderten und forderten die Schüler nach bestem Wissen und Gewissen. Die Schüler wiederum waren hochmotiviert, bekamen sie doch selten so eine intensive und positive „Behandlung“.
Nach einem Schuljahr wurden wiederum Leistungstests durchgeführt. Was glauben Sie, wie die Schüler abschnitten?
Jeder dieser Schüler hatte sich im Vergleich zu seinen Vorjahresergebnissen gewaltig verbessert.
Nachdem die Ergebnisse vorlagen rief der Rektor die Lehrer wieder zu sich und beglückwünschte sie.Er sagte ihnen, dass er stolz auf sie sei.
Die Lehrer freuten sich über das Lob, meinten aber, dass die Arbeit ja gar nicht so schwer gewesen sei. Sie hätten schließlich die besten Schüler der Schule unterrichtet. Worauf der Rektor lächelnd sagte: „Es tut mir leid, ihnen das sagen zu müssen, aber wir haben alle Namen der Schüler in einen Topf geworfen und das Los hat entschieden.“
Die Lehrer schauten ein wenig verwundert und erwiderten, dass sie immerhin die besten Lehrer seien.
Wieder lächelte der Rektor und sagte: „Auch da habe ich sie angeschwindelt. Ich habe alle Namen der Lehrer auf einen Zettel geschrieben und auch bei ihnen hat das Los entschieden, wer unterichten sollte.“
Nun schauten sich die Lehrer sehr betroffen an. Ihnen wurde klar, was das Ergebnis dieses Experiments war: Das, was man erwartet oder von anderen hält, wird zur Realität.


Dieser „Test“ wurde inzwischen mit den unterschiedlichsten Parametern unter wissenschaftlichen Bedingungen und im Doppelblindversuch oft wiederholt - und die Ergebnisse waren immer ähnlich wie in Chicago: Die Erwartungshaltung bestimmt das Ergebnis. Auch bei physikalischen Test, aber besonders beim Lernen und im zwischenmenschlichen Bereich. Bekannt wurde dieses Phänomen auch unter dem von Robert K. Merton geprägten Begriff „selbsterfüllende Prophezeiung“.
Erfahrungen damit hat sicher jeder schon gemacht. Dazu braucht man sich nur an seine Schulzeit zu erinnern. Bei den Lehrern, die man gern hatte oder die in Schülerkreisen einen „guten Ruf“ hatten, machte das Lernen mehr Spaß und man war besser. Tauchten aber plötzlich irgend welche Gerüchte über einen Lehrer auf oder ein Mitschüler machte ihn madig, sanken kurz darauf die Leistungen in dem Fach und es machte keinen Spaß mehr. Selbst wenn man keinerlei Bestätigung für die Behauptungen hatte und bisher zufrieden war.
Fazit: Egal ob man sich als geborener Pechvogel oder vom Schicksal benachteiligt fühlt, ob man glaubt immer zu wenig zu bekommen oder zu viel arbeiten zu müssen, ob man sich mit dem Lernen schwer tut oder sich sonst etwas wie ein roter Faden durchs Leben zieht - prüfen Sie zunächst ihre Einstellung und Erwartungshaltung gegenüber der Sache/anderen Person und sich selbst. Es lohnt sich!


Wer dabei oder darüber hinausgehend eine Unterstützung braucht, um das Leben leben zu können, das er sich wünscht, für den gibt es den besonderen Seminarzyklus SAuSE. Trauen Sie sich! Machen Sie den nächsten Schritt - es lohnt sich!